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Deutsch in Argentinien, Chile, Paraguay und Uruguay

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Wochenbericht aus Villa General Belgrano

Blog: Deutsch in Argentinien, Chile, Paraguay und Uruguay - Schulen: Partner der Zukunft - PASCH

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Wochenbericht aus Villa General Belgrano

Wochenbericht aus Villa General Belgrano

Geschrieben von
Ines Patzig-Bartsch
in unser täglich Tun
Donnerstag, 12. Januar 2012
Kommentar (1)

von Carolin Voigt


Im Dezember verbrachte ich mit einigen anderen Freiwilligen
2 Wochen im beschaulichen Villa General Belgrano in der argentinischen Provinz
Córdoba. Jedoch verbrachten wir dort keine Ferien, sondern waren gewissermaßen
„dienstlich“ vor Ort. Vom 3. bis zum 9. Dezember fand das diesjährige
Internationale Feriencamp der Pasch-Initiative statt. Dies stand im Zeichen von
„Bibs“ einer Figur des deutschen Autors Hans Magnus Enzensberger. Im Anschluß ging
es nach einem entspannten Wochenende direkt weiter mit dem kulturweit
Zwischenseminar. Es waren 2 sehr intensive, lehrreiche, spannende und schöne Wochen von denen ich nun
berichten möchte.





Nachdem bei uns im Pasch-Büro Buenos Aires den ganzen November lang auf
Hochtouren an der Vorbereitung des Theatercamps gearbeitet wurde, war es am
1.12. endlich soweit: Es ging los. Wir, das Organisationsteam, machten uns
gemeinsam mit den Teamern und anderen Helfern auf den Weg nach Villa General
Belgrano. Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht im Bus kamen alle
gutgelaunt und motiviert in unserer Herberge „El Rincón“ an. Dieser erste Tag,
noch vor dem offiziellen Beginn des Camps, wurde genutzt um letzte Planungen
vorzunehmen, den Ablauf zu besprechen, sich kennenzulernen und auch noch ein
letztes mal die himmlische Ruhe dieses idyllischen Orts zu genießen. Den damit
war es am nächsten Tag vorbei. 84 Schüler aus Uruguay, Paraguay, Costa Rica,
Chile, Brasilien und Argentinien mit begleitenden (Deutsch-)Lehrern kamen aus
allen Ecken des Kontinents angereist und freuten sich auf eine tolle Zeit. Nachdem
jeder auf ein Zimmer in einer der beiden Herbergen „El Rincón“ oder „Am Bach“
verteilt wurde, begann die offizielle Eröffnung. Alle 143 Mitwirkenden des
Theatercamps versammelten sich und das Organisationsteam um Ines Patzig-Bartsch
begrüßte alle Teilnehmer, stellte sich und die Teamer vor, erklärte den groben
Ablaufund teilte die Schüler in ihre Workshops ein. Anschließend brach man bei
strahlendem Sonnenschein zu einer gemeinsamen Wanderung zum Cerro de la Virgen
auf. Wieder zurück, aßen wir alle gemeinsam zu Abend. Nach dem Abendessen
wurden die Schüler noch von den Teamern mit einer kurzen und lustigen
Präsentation auf das Stück eingestimmt. Ziemlich müde aber voller Vorfreude
ging es dann auch endlich nach einem langen Tag ins Bett. Die nächsten Tage
standen ganz im Zeichen der Aufführung am Donnerstag, den 8. Dezember. Jeden
Tag wurde vormittags und nachmittags in den acht verschiedenen Workshops
gearbeitet. Ob Kostüm, Theater, Film oder Presse, um nur 4 zu nennen, in allen
Workshops wurde versucht so viel wie möglich deutsch zu sprechen. Auch die
Abende waren sehr abwechslungsreich. Ob Kinoabend, Talent-Show, Spieleabend
oder Lagerfeuer – jeden Abend war was los. Einmal verwandelte sich der
Speiseraum des „El Rincón“ sogar in eine Disco und alle tanzten und feierten
bis spät in die Nacht.


Bei soviel Programm vergingen die Tage dementsprechend wie
im Flug und der Tag der Aufführung rückte immer näher. Ich war sehr gespannt,
was in den Tagen zuvor in den einzelnen Workshops geleistet wurde und wie das
Konzept letztendlich umgesetzt werden würde. Da ich zum Organisationsteam
gehörte und mich hauptsächlich um die Finanzen kümmerte, hatte ich relativ
wenig Einblick in die Entwicklung des Stücks und freute mich auf die
Überraschung. Am 8.12. um 18h hatte das Warten ein Ende. Das Highlight des
Theatercamps stand bevor und wurde der Öffentlichkeit im Salon Municipal der
Stadt präsentiert. Zuvor machten wir noch alle gemeinsam ordentlich Krach auf
der Straße und animierten die Fußgänger, mitzukommen und sich das Stück
anzusehen. Im Theater erwachte die riesige Bibspuppe zum Leben, die Geschichte
von Bibs wurde erzählt und mithilfe von der Theatergruppe, Elementen des Schattentheaters
und dem Chor der Lehrer dargestellt. Alles in allem war die Aufführung ein
großer Erfolg und alle waren stolz an so einer großen Sache mitgewirkt und dazu
beigetragen zu haben. Daher wurde im Theater noch ausdauernd gefeiert und
getanzt, alle waren glücklich und lagen sich in den Armen. Eine wirklich tolle
Atmosphäre, die ich wohl noch lang in Erinnerung behalten werde.


So sehr auch alle auf die Aufführung hinfieberten, desto
trauriger war man anschließend auch, da es den Abschluss des Feriencamps
bedeutete. Schon am nächsten Tag hieß es für die Schüler Abschiednehmen. Alle
hatten neue Freundschaften geschlossen und eine tolle Zeit gehabt, sodass sogar
die eine oder andere Abschiedsträne floss. Wir Freiwilligen mussten jedoch noch
keine Koffer packen, wir durften noch eine Woche länger im wunderschönen „El
Rincón“ verbringen. Zuerst war es ganz seltsam, plötzlich nur noch ca. 12 Leute
um sich zu haben und nicht mehr wie zuvor über 140. Doch die Ruhe bekam uns
nach so einer intensiven Woche sehr gut. Wir entspannten am Pool oder auf der
Wiese, erkundeten Villa General Belgrano, machten die Dorfdisco unsicher und
ließen es uns einfach gutgehen. Einige besonders aktive Freiwillige, zu denen
ich allerdings nicht gehörte, fuhren sogar nach Córdoba und verbrachten das
Wochenende mit Sightseeing.


Nach 2 Tagen vollkommener Entspannung und Ruhe, trudelten am
Montag noch weitere Freiwillige aus Bolivien, Chile, Paraguay und Argentinien
ein. Außerdem die 3 kulturweit-Trainer Maria, Roberto und Tobi, denn die
nächsten 5 Tage stand das Zwischenseminar auf dem Programm! Demnach war das „El
Rincón“ auch wieder etwas belebter. Das Seminar sollte vor allem dazu dienen,
über die bisherige Zeit in Gastland und Einsatzstelle zu reflektieren, über
Probleme oder Zweifel zu sprechen und die Ideen für die verbleibende Zeit
auszutauschen. Die meisten Freiwilligen hatten sich zuletzt auf dem
Vorbereitungsseminar in Berlin gesehen, dementsprechen groß waren Neugier und
Redebedarf. Mal in kleineren und mal in größeren Gruppen tauschte man sich also
täglich über Erfahrungen, Ärgernisse und Freuden aus. Wir alle sprachen über
unsere Arbeit in der Einsatzstelle und bei Bedarf wurden Lösungsansätze für
Probleme in selbiger entwickelt. Außerdem redeten wir über unsere Gastländer,
was wir daran besonders mögen oder was uns vielleicht stört. Für mich war es
eine gute Möglichkeit, einmal wirklich darüber nachzudenken, was mir mein
Aufenthalt bisher brachte, was ich gern noch machen oder ändern möchte und was
mir nicht so gefällt. Mein Fazit war fast durchweg positiv und vor allem im
Vergleich zu einigen Mitfreiwilligen wurde mir immer mehr bewusst, welches
Glück ich doch habe. Schon schnell stellte sich in unserer Gruppe das
kulturweit-Gemeinschaftsgefühl ein und wir wurden nicht müde, uns über unsere
Zeit in den Ländern auszutauschen und Pläne für die kommenden Wochen oder
Monate zu schmieden. Oft bis spät in die Nacht wurde bei Wein, Bier und auch
mal einem Fernet con Coca zusammengesessen. Doch wir saßen nicht jeden Tag im
„El Rincón“ und quatschten, sondern nutzen auch die Zeit für einen Ausflug ins
nahegelegene Alta Gracia, in dem Argentiniens Nationalheld Che Guevara
aufwuchs. Dort gibt es ihm zu Ehren ein Museum, welches wir besichtigten. Das
ganze Städtchen ist sehr hübsch und nach dem Besuch mit gemeinsamen Gruppenfoto
vorm imposanten Kloster, einem Unesco-Weltkulturerbe, ging es noch zu einer
Badestelle. Bei so vielen neuen Ideen und Eindrücken vergingen auch diese 5
Tage sehr schnell. Der letzte Abend war eine kleine, ganz untypische
Weihnachtsfeier - und das mitten im Sommer. Beim Wichteln wurde mit harten
Bandagen um das erwünschte Geschenk gekämpft und die besinnliche Feier endete
letztlich auf der improvisierten Tanzfläche. Am Freitag den 16.12. hieß es dann
endgültig „Adios“ sagen zu John und seinem „El Rincón“ mit dem guten Essen, dem
gemütlichen Ambiente und der idyllischen Natur. Wir Freiwilligen mussten uns
also wieder trennen und machten uns auf in die unendlichen Weiten Südamerikas.
Fast alle nutzten die verbleibenden Tage des Jahres um zu reisen. Für mich ging
es gemeinsam mit Lili über die Anden nach Chile, wo wir einige schöne Tage in
der Hauptstadt Santiago verbrachten und uns auch einen Abstecher ins verträumte
Valparaíso nicht nehmen ließen. Doch dies ist eine andere Geschichte und
sprengt jetzt wirklich den Rahmen.


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#1 Yvonn Voigt am 01/12/12 um 06:59 [Antwort]
Der ausführliche Bericht ist sehr informativ und man bekommt durch das Lesen einen sehr lebendigen Eindruck von der guten Stimmung vor Ort. Ich wäre gern dabei gewesen und hätte ja auch keine Sprachprobleme gehabt. Aber ein Teil von mir war ja anwesend. Danke für die perfekte Berichterstattung liebe Carolina. Weiterhin wünsche ich viel Spaß, tolle Erlebnisse und viele Kontakte mit netten und fröhlichen Menschen. Viele liebe Grüße aus der "kleinen Stadt der Spitze" Plauen an das gesamte Team und macht weiter so.
Yvonn :-)
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