von Jonathan Steinhardt aus Jardín América, Argentinien
Tag 1:
18.00 Uhr, Sonntag in Jardín América. Ich stehe mit meinem blau-gelbem Rucksack an der Bushaltestelle... Zweieinhalb Jahre hat es gedauert, bis ich nach Südamerika zurück kam. Genauso lange war ich nicht in Florianopolis, sozusagen meine zweite Heimat. Jetzt endlich ist es soweit und so warte ich an der kleinen, heruntergekommen Haltestelle auf den Bus nach Posadas, weil von dort aus am nächsten Morgen um 11.00 Uhr der Bus nach Floripa fährt.
Doch wie das so üblich ist in Südamerika, verspätet sich mein Bus nach Posadas erst mal eine Stunde.
Um 21:00 Uhr im Terminal von Posadas angekommen, weiß ich noch nicht, wo ich unterkomme. Kurzerhand frage ich jemanden, wo ein Hostel ist. Das Wort Hostel gibt es scheinbar auf Spanisch nicht, denn wenige Minuten später stehe ich vor einem pompösen HOTEL, das die Lage meines Geldbeutels eindeutig überspannt. Freundlich ablehnend erkläre ich, ich suche etwas Billigeres. „In der
Stadt!“. Gut, dann auf in die Stadt.
Im Bus frag ich mich durch und siehe da, ein Junge meines Alters weiß Bescheid: „Sé, sé.. te voy a acompanar.“2 Der Bus hält, wir steigen aus und ich bekomme erstmal gratis eine kleine Stadtführung. Nach verwirrenden Wegen durch schmale Gassen und abgelegenen Straßen (NIE hätte ich das Hostel gefunden), stehe ich vor einer grünen Tür in einem weiß-gestrichenen, großen Haus. Ich klingle, doch die Tür ist auf. Ich trete ein und bin erst mal baff. Mitten im Hostel gibt es einen Pool, ähnlich einem dieser griechischen Räume sind um den Pool herum hohe, runde Säulen aufgestellt, auf die sich eine lange, auskragende Decke stützt. Wie auch immer, das Hostel sah also überraschend gut aus und so bezog ich mein Bett, hinterließ meine Sachen in einem abgeschlossenem Raum, da der Schlüssel für meinen Safe verbogen war, und verlasse, nachdem ich die 3 Franzosen in meinem Raum ein wenig kennen gelernt habe, das Hostel erneut, um mich auf die Suche nach einer Freizeit- vergnügung für die heutige Nacht zu machen. Zu meiner Überraschung sitzt mein Wegbegleiter just gegenüber des Hostels. „Hier wohnt ein Freund von mir“, sagt er da. Also setzen wir uns zusammen hin, trinken Terere, es kommen noch zwei weitere Freunde und der Abend nimmt seinen Lauf. Wir trinken, lachen, diskutieren, tauschen uns über Musik, Kultur, Philosophie, Psychologie, Geschichte, Sprache und mehr aus und genießen den Abend, so dass ich um 4 Uhr früh in der Morgenstunde in mein Bett falle, meinen Wecker auf 8:00 stelle und bete, dass ich ihn auch höre.
Zzzzz....
Tag 2, Montag:
Tag 2 befinde ich mich fast ausschließlich im Bus, denn ich habe den Wecker mit Hilfe von den Französinnen und einer Hostelangestellten gehört, daraufhin gefrühstückt und den Bus ohne Probleme bekommen. Während der Busfahrt lerne ich eine Dame aus Paraguay kennen, die in
Brasilien studiert und eine nette Begleiterin ist. Außerdem erweist sie sich als bereitwillige Guaraní-Lehrerin, wodurch mein Wortschatz in der paraguayischen Landessprache von 3 Wörtern auf 5 Wörter erweitert wird.
Tag 4: Mittwoch, Meer-Tag
Heute fahren wir, Adonis, Gabriel und ich, endlich ans Meer. So lange ist es her, dass ich den Atlantik erlebt habe, mit meinen Augen gesehen habe...