von Bárbara
Buenos Aires ist eine riesige verrückte Stadt, die ich im laufe de Zeit lieben gelernt habe.
Tausende Angebote jederzeit: Bars, Bar Francés, Theater, Konzerte, Milongas, Asados und was einem noch so einfallen könnte...Es wird nie langweilig und man kommt selten zur Ruhe.
So wundert es einem kaum, wenn die Einwohner dieser Stadt des Öfteren gestresst sind und es manchmal auch zeigen. Beispielsweise wenn ein Busfahrer die Türen aufmacht und einem Fussgänger, der sich lauthals beschwert, weil er fast überfahren worden wäre, zuschreit: „¡Vení que te rompo la cara a piñas!“. (sanft ausgedrückt:“Ich mach dich fertig!“)
Ich hatte das Glück, für ein Projekt in eine weitere Stadt Argentiniens fahren zu können, in der das Leben einen ganz anderen Rythmus hat: San Juan die Sonnenstadt. Mit herbstlichen 27° C empfing mich die Stadt, ich konnte mich nicht beschweren. Ihre Bewohner lernte ich schnell kennen und sie nahmen mich herzlichst auf. Zunächst war ich etwas verdattert von so viel Freundlichkeit, so wurde ich von einer Eisverkäuferin dermaßen nett bedient, dass ich fast ein wenig paranoid wurde...Doch so oder so ähnlich waren fast alle Menschen in der Sonnenstadt, entspannt, freundlich und auch etwas verschlafen. Während der Siesta, kann man dann auch wirklich nichts machen ausser zu schlafen, da die Stadt in dieser Zeit wie ausgestorben ist.
Als ich in der Runde von meiner Liebe zu Buenos Aires erzählte, sah ich jedoch den Hass in den Augen des Sanjuaninos entflammen : „Porteños giles...!“ (verdammte Porteños...). Allgemein herrscht zwischen den Bewohnern der Hauptstadt und denen der restlichen Provinzen des Landes eine grosse Rivalität. Meistens werden die Bewohner von Buenos Aires als arrogant empfunden, sie würden die anderen Provinzen unterschätzen und sich als etwas Besseres sehen. Meine neugewonnenen Freunde aus San Juan fühlten sich daher herausgefordert. Sie wollten mir zeigen, dass ihre Stadt um Längen schöner, spannender, besser als Buenos Aires ist.
Gesagt, getan.
Während meines kurzen Aufenthalts in der Stadt wurde ich überall hin mitgenommen. Mir wurde der Dique gezeigt, ein Staudamm außerhalb der Stadt, an dem sich Menschen jeden Alters treffen, um Mate zu trinken und verschiedenste Sportarten zu machen. Nachts kann man dort zwischen den Hügeln die Autos der jungen Pärchen sehen, die vorm Elternhaus fliehen, um etwas „Privatsphäre“ zu haben.
Wir aßen Asados, tranken Fernet und sangen Nächte durch. Wir übernachteten sogar auf einem Berg, um den Sonnenaufgang über San Juan zu sehen. Schnell schloss ich die Sanjuaninos mit ihrer lustigen Art zu reden ans Herz und bekam in der kurzen Zeit ein wenig vom Charme der Stadt mit.
Mein Fazit nach San Juan? Argentinien hat wunderbare Städte und wer die Möglichkeit hat,
sollte sich auf jeden Fall auch außerhalb der Hauptstadt bewegen. Sowohl Buenos
wie auch San Juan haben mich auf ihre eigene Art fasziniert.
Letztens fragte
mich eine Schülerin, die gerade den Komparativ lernte, was besser sei, Chile
oder Argentinien. Als Chilenin antwortete ich selbstverständlich mit Chile! Doch mal unter
uns, kann ich nach den vergangenen Monaten sagen, dass Argentinien auch nicht
übel ist, es ist sogar ein ziemlich geiles Land.
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