Gewittermassagen, Artikelgymnastik, lebende Sätze, rasende Reporter - das sind nur einige der vielen Methoden für den Fremdsprachenunterricht mit großen Klassen, die die Deutschlehrer/innen am Fortbildungsseminar in Kampala und Nairobi durchspielten. Dabei schlüpften sie immer wieder in die Rolle ihrer Schüler und erkannten auf diese Weise, dass es auch bei großen Gruppen möglich ist, alle Schüler/innen aktiv in den Lernprozess einzubeziehen. "Es geht vor allem darum, die Schüler persönlich anzusprechen und das Wir-Gefühl in einer Gruppe zu stärken", betonte die Seminarleiterin Anja Schümann. Denn gerade bei großen Klassen besteht die Gefahr, dass die Unterrichtsaktion mit wenigen engagierten Schülern aus den ersten Reihen stattfindet, während die anderen Schülern kaum am Unterrichtsgeschehen beteiligt sind und selten zum Sprechen aufgefordert werden. Vom Kooperativen Lernen, bei dem alle Schüler in einer Gruppe eine bestimmte Aufgabe übernehmen, über Liedtexte zur Einübung trockener Grammatikstrukturen bis hin zu wichtigen Unterrichtsritualen lernten die Deutschlehrer/innen eine Vielzahl von Aktivitäten kennen, mit denen sie ihren Unterricht fortan noch abwechslungsreicher gestalten können.
Dass eine große Klasse nicht nur Herausforderungen wie räumliche Enge, Chaos und Kontrollverlust mit sich bringt, sondern auch viele Chancen für die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler/innen in sich birgt, war ebenfalls Thema des Seminars. Denn einhundert Schüler in einer Klasse, das bedeutet auch, einhundert Individuen mit unterschiedlichen Ideen, Talenten und Erfahrungen zu unterrichten, Sozial- und Gruppenverhalten zu trainieren und den Schüler/innen die Möglichkeit zu geben, nicht nur vom Lehrer, sondern vor allem voneinander zu lernen.
































