Mit dem Flugzeug in 45 min. ging es am Dienstag über den Victoriasee von Kigali nach Kampala. Die ugandische Hauptstadt empfing uns mit einem monsumartigen Regen, der in kurzer Zeit die auf mehreren Hügeln gebaute Stadt durchflutete und schnell zu einem totalen Verkehrskolapps führte, so dass die Fahrt ins Hotel 2h dauerte. Während sich Roger Rekless und Nico Suave für den folgenden Workshop-Tag ausruhten, fuhren Werner und ich schon mal für einen kurzen Soundcheck in die Mengo Senior School, der PASCH-Schule Ugandas. Der Aufbau der Technik hatte sich allerdings schnell erübrigt, denn wegen des heftigen Regens gab es keinen Strom.
Doch wenn man erst einmal auf dem Campus der Mengo Senior School steht, bekommt man bereits eine Ahnung von den Dimensionen der größten staatlichen Sekundarschule Ugandas. Hierwerden riesige Bäume gefällt und neue gepflanzt, werden Fassaden geputzt und gestrichen und erinnern dutzende Hinweisschilder auf dem Campus an die HIV-Problematik im Land. Was jedoch viel mehr erstaunt: Fast jeder zweite Schüler lernt Deutsch. Insgesamt gibt es an der Schule knapp 1500 Deutschschüler, die von 5 Lehrern und einer Kulturweit-Freiwilligen unterrichtet werden – in Afrika eine Superlative.
100 zuvor ausgewählte Schüler aller Klassenstufen nahmen am darauf folgenden Tag am Workshop mit den beiden Rappern Nico Suave und Roger Rekless teil. Schnell zeigte sich, dass ein Warm-Up gar nicht nötig war. Die Schüler hatten sich bereits in den Tagen zuvor auf den Workshop vorbereitet und den Tournee-Song „Afrika, es freut mich sehr“ eingeübt. Als Nico Suave die ersten Zeilen ins Mikrophon raunte, gab es bei den Schülern kein Halten mehr und sie zeigten, welches Rhythmusgefühl (bereits morgens um 9.00) in ihnen steckt. Nach einem Intro der beiden Rapper waren die Deutschschüler an der Reihe. Sie texteten eigene Gedichte, die sie anschließend zur Rap-Musik performten. Dabei stellte sich heraus, dass nicht ausschließlich die älteren Schüler mit den besseren Deutschkenntnissen die besten Rapper sind, sondern dass auch unter den kleineren viele verborgene Talente zum Vorschein kamen. Nachdem sich auch die Deutschlehrer zu einer spontanen Rap-Einlage bereit erklärten, war die Stimmung auf ihrem Höhepunkt. Doch „zack“, genau in diesem Moment war der Strom weg und dieser Zustand sollte noch längere Zeit anhalten. Während Roger und Nico improvisierten und den Workshop weiterführten, bemühte man sich im Hintergrund um die Wiederbeschaffung des Stroms. Und das hieß: Geld besorgen, Benzin an der Tankstelle kaufen, Generator füllen und dessen 20-münitige Betriebsdauer möglichst effizient nutzen…. Letztlich entspannte sich die Situation aber doch, so dass die Schüler auch im zweiten Teil des Workshops ihre Texte mit Mikro und Beat aus dem Lautsprecher präsentieren konnten. Das Finale wurde schließlich am Nachmittag in die Mensa verlegt, in der hunderte von Schülern die Aufführung der einstudierten Songs und Choreografien der Workshop-Teilnehmer verfolgen konnten.









