EinBlick auf die Welt
Was haben PASCH-Schüler/innen aus Uganda, Rumänien und Indonesien gemeinsam? Sie alle lernen Deutsch. Deutsch ist auch die Kommunikationssprache des interkulturellen Filmprojekts „EinBlick“, in dem Schüler/innen aller drei Länder mittels selbst gedrehter Kurzfilme miteinander in Kontakt treten und sich über alltägliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede austauschen. Den Anfang der Workshop-Reihe macht Uganda.


Dennis David, Schüler der Mengo Senior School in Uganda, nimmt am ersten Workshop-Tag einen Globus in die Hand auf der Suche nach den beiden Partnerländern, denen sich die Schüler der ugandischen PASCH-Schule mittels Kurzfilmen vorstellen werden. „Indonesien – das ist da am Ende der Welt“, sagt der Schüler und dreht den Globus um fast 180 Grad. Und Rumänien? „Das ist irgendwo in Europa“, fügt er hinzu.
In der darauffolgenden Diskussion stellt sich schnell heraus, dass die ugandischen Deutschschüler/innen noch nicht allzu viel über die beiden Länder, die fernab des afrikanischen Kontinents liegen,wissen. Aber sie haben vielen Fragen und vor allem haben sie auch selbst etwas zu erzählen: über Uganda, den Alltag in ihren Familien und das Leben als Teenager in Kampala.
Vorurteile hinterfragen
Um einen Dialog zwischen PASCH-Schülern weltweit über Landesgrenzen hinaus zu ermöglichen, hat das Goethe-Institut zusammen mit der Londoner Firma Glocal Films das Projekt „EinBlick“ ins Leben gerufen. Dabei lernen sich Projektteilnehmer durch selbstgedrehte Kurzfilme kennen und haben anschließend die Möglichkeit, sich über das Gesehene auszutauschen, zu diskutieren, sich gegenseitig Fragen zu stellen, voneinander zu lernen und Vorurteile zu hinterfragen. Von der Themenfindung übers Filmen bis hin zum Schnitt basieren die Kurzfilme ganz auf den Ideen und Entscheidungen der Schüler/innen.
So geht es den ugandischen Schülern vor allem darum zu zeigen, dass ihr Heimatland und ihr Leben in der pulsierenden Hauptstadt Kampala viele Facetten hat und nicht auf gängige Reiseführer-Klischees wie Tier-Safaris und folkloristische Stammesbräuche reduziert werden kann. Neben den Themen ‚Essen‘, ‚Teenager Life‘, und ‚Stadtleben in Kampala‘ entschieden sie sich dennoch für das Thema ‚Stämme‘. „Um es differenzierter darzustellen“, erklärt der Deutschschüler Richard. „Die jeweilige Stammesherkunft prägt noch immer unsere Identität, dennoch leben wir hier in Kampala alle ganz normal zusammen.“
Film-Set wie bei den Profis
Nach einer Einführung in den Umgang mit der Kamera ging es am 2. und 3. Workshoptag an verschiedene Drehorte in Kampala, an denen die Gruppenmitglieder mit fast schon routinierter Schnelligkeit ein Film-Set aufbauten, um Drehgenehmigungen verhandelten und spontane Interviewpartner gewannen. So wurde zum Beispiel eine Markt-Verkäuferin interviewt, Begrüßungsrituale im Haus des Deutschlehrers Charles aufgenommen und die Großmutter eines Schülers beim Kochen gefilmt.
Nach zwei erfolgreichen Drehtagen geht es nun ans Bearbeiten der Filme. Denn das noch umfangreiche Rohmaterial wird von den Mengo-Schülern, den beiden Film-Expertinnen von Glocal Films, Kerstin Rickermann und Silke Beller und den Freiwilligen Clara Schlempp und Patricia Schäfer zu vier Kurzfilmen zusammengeschnitten, Sequenzen in der Landessprache transkribiert und kurze Erzählertexte geschrieben.
Fragen an Schüler aus Rumänien und Indonesien
Doch mit der Fertigstellung der Kurzfilme ist der Workshop noch nicht abgeschlossen. Auch die Fragen, die die ugandischen Schüler/innen den PASCH-Schüler/innen in Rumänien und Indonesien stellen möchten, werden filmisch aufgenommen. Die Frageliste ist bereits jetzt lang:
Wie ist das Schulsystem in Rumänien und Indonesien aufgebaut? Tragen die Schüler dort auch eine Schuluniform? Ist HIV auch in Indonesien ein Thema? Gibt es genug Jobs für junge Leute in Rumänien? Wie ist das Transportsystem in den beiden Ländern? Gibt es Straßenkinder oder Bettler in den Großstädten? Wie viele Kinder hat eine durchschnittliche Familie?
Über das Entdecken alltäglicher Gemeinsamkeiten und Unterschiede treten die Schüler/innen in einen direkten Dialog, der abschließend in einem Endfilm widergespiegelt wird. Ein Großteil des Austauschs findet auch auf dem EinBlick-Projektblog statt, auf dem die Workshopteilnehmer/innen, aber auch alle anderen Interessierten die spannende Reise der Filme verfolgen und kommentieren können.
9 Länder auf 5 Kontinenten
Denn EinBlick beschränkt sich nicht nur auf das trilaterale Austauschprojekt zwischen Uganda, Rumänien und Indonesien. Im Jahr 2012 wird Glocal Films Workshops mit Schülergruppen in 9 Ländern durchführen, von Australien bis nach Mexiko. Das hier entstehende Netzwerk bietet Möglichkeiten langfristiger Partnerschaften zwischen den PASCH-Schulen und individueller Freundschaften zwischen den Workshop-Teilnehmern.
Das Projekt EinBlick ist ein Partnerprojekt des Goethe-Instituts und Glocal Films im Rahmen der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" )PASCH) des Auswärtigen Amts.
Glocal Films ist eine deutschsprachige gemeinnützige Organisation mit dem Schwerpunkt Film und Medienpädagogik. Glocal Films wurde 2004 von Silke Beller und Kerstin Rickermann gegründet und hat seinen Sitz in London. Sie leiten weltweit ‚teilnehmende Videoprojekte‘ (participatory video), in denen die Teilnehmer technisch und konzeptionell lernen, ihre eigenen Filme zu produzieren und mittels der Filmbotschaften miteinander in Dialog treten.
Hier geht's zur Einblick Facebook-Fagepage.















In der darauffolgenden Diskussion stellt sich schnell heraus, dass die ugandischen Deutschschüler/innen noch nicht allzu viel über die beiden Länder, die fernab des afrikanischen Kontinents liegen,wissen. Aber sie haben vielen Fragen und vor allem haben sie auch selbst etwas zu erzählen: über Uganda, den Alltag in ihren Familien und das Leben als Teenager in Kampala.
Vorurteile hinterfragen
Um einen Dialog zwischen PASCH-Schülern weltweit über Landesgrenzen hinaus zu ermöglichen, hat das Goethe-Institut zusammen mit der Londoner Firma Glocal Films das Projekt „EinBlick“ ins Leben gerufen. Dabei lernen sich Projektteilnehmer durch selbstgedrehte Kurzfilme kennen und haben anschließend die Möglichkeit, sich über das Gesehene auszutauschen, zu diskutieren, sich gegenseitig Fragen zu stellen, voneinander zu lernen und Vorurteile zu hinterfragen. Von der Themenfindung übers Filmen bis hin zum Schnitt basieren die Kurzfilme ganz auf den Ideen und Entscheidungen der Schüler/innen.
So geht es den ugandischen Schülern vor allem darum zu zeigen, dass ihr Heimatland und ihr Leben in der pulsierenden Hauptstadt Kampala viele Facetten hat und nicht auf gängige Reiseführer-Klischees wie Tier-Safaris und folkloristische Stammesbräuche reduziert werden kann. Neben den Themen ‚Essen‘, ‚Teenager Life‘, und ‚Stadtleben in Kampala‘ entschieden sie sich dennoch für das Thema ‚Stämme‘. „Um es differenzierter darzustellen“, erklärt der Deutschschüler Richard. „Die jeweilige Stammesherkunft prägt noch immer unsere Identität, dennoch leben wir hier in Kampala alle ganz normal zusammen.“
Film-Set wie bei den Profis
Nach einer Einführung in den Umgang mit der Kamera ging es am 2. und 3. Workshoptag an verschiedene Drehorte in Kampala, an denen die Gruppenmitglieder mit fast schon routinierter Schnelligkeit ein Film-Set aufbauten, um Drehgenehmigungen verhandelten und spontane Interviewpartner gewannen. So wurde zum Beispiel eine Markt-Verkäuferin interviewt, Begrüßungsrituale im Haus des Deutschlehrers Charles aufgenommen und die Großmutter eines Schülers beim Kochen gefilmt.
Nach zwei erfolgreichen Drehtagen geht es nun ans Bearbeiten der Filme. Denn das noch umfangreiche Rohmaterial wird von den Mengo-Schülern, den beiden Film-Expertinnen von Glocal Films, Kerstin Rickermann und Silke Beller und den Freiwilligen Clara Schlempp und Patricia Schäfer zu vier Kurzfilmen zusammengeschnitten, Sequenzen in der Landessprache transkribiert und kurze Erzählertexte geschrieben.
Fragen an Schüler aus Rumänien und Indonesien
Doch mit der Fertigstellung der Kurzfilme ist der Workshop noch nicht abgeschlossen. Auch die Fragen, die die ugandischen Schüler/innen den PASCH-Schüler/innen in Rumänien und Indonesien stellen möchten, werden filmisch aufgenommen. Die Frageliste ist bereits jetzt lang:
Wie ist das Schulsystem in Rumänien und Indonesien aufgebaut? Tragen die Schüler dort auch eine Schuluniform? Ist HIV auch in Indonesien ein Thema? Gibt es genug Jobs für junge Leute in Rumänien? Wie ist das Transportsystem in den beiden Ländern? Gibt es Straßenkinder oder Bettler in den Großstädten? Wie viele Kinder hat eine durchschnittliche Familie?
Über das Entdecken alltäglicher Gemeinsamkeiten und Unterschiede treten die Schüler/innen in einen direkten Dialog, der abschließend in einem Endfilm widergespiegelt wird. Ein Großteil des Austauschs findet auch auf dem EinBlick-Projektblog statt, auf dem die Workshopteilnehmer/innen, aber auch alle anderen Interessierten die spannende Reise der Filme verfolgen und kommentieren können.
9 Länder auf 5 Kontinenten
Denn EinBlick beschränkt sich nicht nur auf das trilaterale Austauschprojekt zwischen Uganda, Rumänien und Indonesien. Im Jahr 2012 wird Glocal Films Workshops mit Schülergruppen in 9 Ländern durchführen, von Australien bis nach Mexiko. Das hier entstehende Netzwerk bietet Möglichkeiten langfristiger Partnerschaften zwischen den PASCH-Schulen und individueller Freundschaften zwischen den Workshop-Teilnehmern.
Das Projekt EinBlick ist ein Partnerprojekt des Goethe-Instituts und Glocal Films im Rahmen der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" )PASCH) des Auswärtigen Amts.
Glocal Films ist eine deutschsprachige gemeinnützige Organisation mit dem Schwerpunkt Film und Medienpädagogik. Glocal Films wurde 2004 von Silke Beller und Kerstin Rickermann gegründet und hat seinen Sitz in London. Sie leiten weltweit ‚teilnehmende Videoprojekte‘ (participatory video), in denen die Teilnehmer technisch und konzeptionell lernen, ihre eigenen Filme zu produzieren und mittels der Filmbotschaften miteinander in Dialog treten.
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Soundcheck! Action! Cut! - In den vergangenen fünf Tagen haben sich die Schüler der Mengo Senior School zu wahren Filmexperten entwickelt. Nicht nur vor und hinter der Kamera agierten sie wie die Profis. Sie lernten auch, dass neben dem eigentlichen Filmd ...